Mein Weg

Wie Gott meinen Weg zum pastoralen Auftrag geformt hat

Pastoraler Dienst entsteht nicht zuerst durch Aufgaben, Positionen oder Dienstjahre. Er wächst durch Gottes Führung, durch Menschen, die prägen, durch Familie, durch Gemeinde, durch Bewährung, durch Übergänge und durch Gnade.

Ich bin Jahrgang 1978, verheiratet mit Daniela und Vater unserer Tochter Lara. Wenn ich auf meinen Weg zurückblicke, sehe ich vor allem Gottes Treue. Ich habe Glauben zuerst gesehen, bevor ich ihn selbst gelebt habe. Später wurde daraus meine persönliche Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen — und ein pastoraler Auftrag, der mein Leben bis heute prägt.

Was ich hier erzähle, ist kein vollständiger Lebenslauf, sondern ein Einblick in die geistlichen Spuren, Erfahrungen und Überzeugungen, die meinen Dienst geformt haben.

Gemeinsam getragen

Zu meinem Weg gehört meine Familie. Daniela hat meinen pastoralen Dienst über viele Jahre mitgetragen — in der Gemeinde Gottes Karlsruhe ebenso wie in der Evangelischen Freikirche Mutterstadt.

Sie hat Gemeinde nicht aus der Distanz erlebt, sondern den Dienst, die Menschen, die schönen und auch die herausfordernden Zeiten mit mir geteilt.

In beiden Gemeinden hat Daniela Lobpreisarbeit aufgebaut und geprägt. Sie hat nicht nur musikalisch mitgewirkt, sondern aus Musikteams Lobpreis- und Anbetungsteams geformt.

Dadurch ist unser gemeinsamer Blick für Gemeinde gewachsen: für Anbetung, geistliche Atmosphäre, Teamkultur und das gemeinsame Hören auf Gott.

Auch unsere Tochter Lara gehört zu diesem Weg. Familie erinnert mich immer wieder daran, dass Glaube nicht zuerst auf Bühnen sichtbar wird, sondern im Alltag: in Beziehungen, in Liebe, in Geduld und im Vertrauen auf Christus.

Pastor Christian mit seiner Frau Daniela und Tochter Lara
Pastor Christian mit seiner Frau Daniela und Tochter Lara

Geistliches Erbe in der Familie

Geboren wurde ich in Rumänien, in einer Familie, in der der Glaube an Jesus Christus lebendig weitergegeben wurde. Zu meinem geistlichen Erbe gehören mein Uropa und mein Opa, die als Wanderprediger und Evangelisten unterwegs waren.

Besonders durch meinen Opa habe ich früh erlebt, dass Glaube nicht nur verkündigt, sondern gelebt wird: im Vertrauen auf Gottes Wort, im Gebet und in der Erwartung, dass Gott Menschen berührt, stärkt und wieder aufrichtet.

Auch meine Mutter hat meinen Glauben tief geprägt. Gerade im Ankommen in einem neuen Land wurde sichtbar, was es heißt, an Christus festzuhalten, wenn vieles neu und unsicher ist.

Diese geistlichen Spuren verbinden für mich Herkunft und Auftrag: Der Glaube, den ich empfangen und erlebt habe, wurde zur Orientierung für meinen eigenen Weg mit Jesus und für meinen pastoralen Dienst.

Übergang, Fremdheit und neues Zuhause

Mit zwölf Jahren kam ich mit meiner Familie nach Deutschland. Ein neues Land, eine neue Sprache, eine neue Kultur und ein neues Umfeld wurden Teil meines Weges.

Ich weiß, wie sich Übergang anfühlt. Ich weiß, was es bedeutet, nicht sofort dazuzugehören, Orientierung zu suchen und Schritt für Schritt anzukommen. Gerade damals wurde Glaube für mich sehr konkret: Vieles war neu und unsicher, aber Christus blieb ein fester Halt.

Diese Erfahrung prägt bis heute meinen Blick auf Gemeinde. Gemeinde ist für mich mehr als ein Ort für Programme und Gottesdienste. Sie soll ein geistliches Zuhause sein — ein Raum, in dem Menschen Christus begegnen, wachsen, heil werden und ihren Platz finden.

Eigener Glaube und geistliche Vertiefung

Mit siebzehn Jahren wurde aus dem Glauben, den ich in meiner Familie gesehen hatte, meine persönliche Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen. Jesus wurde für mich nicht nur Teil meiner Herkunft, sondern Herr meines Lebens.

In dieser Zeit machte ich auch eine persönliche Erfahrung mit dem Heiligen Geist, die meinen Glauben vertiefte, meine Liebe zu Jesus stärkte und mein Verständnis von Gemeinde prägte.

Diese Erfahrung führte mich nicht von Gottes Wort weg, sondern tiefer zu Christus, zur Schrift und zum Auftrag der Gemeinde. Bis heute ist mir wichtig: offen für das Wirken des Heiligen Geistes, gebunden an Gottes Wort und ausgerichtet auf den Aufbau der Gemeinde.

Bibelschule und theologische Formung

Nach meiner Entscheidung für Jesus wuchs der Wunsch, Gottes Wort tiefer zu verstehen und Menschen im Glauben zu dienen.

An der ETS Freudenstadt wurde dieser Weg theologisch vertieft und geistlich geformt. Dort habe ich gelernt, Gottes Wort sorgfältiger zu lesen, biblische Wahrheit verständlich weiterzugeben und pastoralen Dienst nicht nur aus Begeisterung, sondern aus einem tragfähigen Fundament heraus zu leben.

Wichtig wurde mir dabei die Verbindung von Lehre und Leben: Theologie soll nicht nur Wissen vermehren, sondern Christus größer machen, Gemeinde stärken und Menschen helfen, im Glauben zu reifen.

Dreizehn Jahre in der Gemeinde Gottes Karlsruhe

Dreizehn Jahre war ich als Co-Pastor in der Gemeinde Gottes Karlsruhe tätig. Diese lange Wegstrecke hat mich tief geprägt.

Ich lernte Gemeinde aus nächster Nähe kennen: Verkündigung, Seelsorge, Gottesdienstgestaltung, Mitarbeit, Teamprozesse, Konflikte, Ermutigung und die vielen unscheinbaren, treuen Schritte, durch die Gemeinde gebaut wird.

Als Co-Pastor habe ich gelernt, zu dienen, mitzutragen, mitzugestalten und Menschen über längere Zeit geistlich zu begleiten — ohne im Mittelpunkt stehen zu müssen. Diese Jahre haben mir gezeigt, wie wertvoll Loyalität, Teamkultur, Geduld und langfristige Treue für eine gesunde Gemeinde sind.

Seit acht Jahren in der Evangelischen Freikirche Mutterstadt

Nach dreizehn Jahren als Co-Pastor in Karlsruhe führte mein Weg in die Evangelische Freikirche Mutterstadt, wo ich seit acht Jahren als Hauptpastor diene. Dieser Dienst prägt mich bis heute.

Mutterstadt ist für mich nicht nur eine Station im Rückblick, sondern gegenwärtiger Dienst, gelebte Gemeinde und eine Phase besonderer Reifung. Hier habe ich gelernt, Gemeinde nicht nur zu gestalten, sondern tiefer zu verstehen: ihre Geschichte, ihre Hoffnungen, ihre Prägungen, ihre Stärken und ihre offenen Fragen.

Als Hauptpastor begleitet man Menschen über längere Wegstrecken. Man hört zu, verkündigt Gottes Wort, stärkt Mitarbeitende, hält Spannungen aus, trifft Entscheidungen und sucht mit der Gemeinde den nächsten Schritt vor Gott.

In diesem Dienst lerne ich, Gemeinde realistisch zu lieben — nicht idealisiert und nicht distanziert, sondern mit Geduld, Klarheit, Barmherzigkeit und Hoffnung. Ich erlebe, dass geistliche Entwicklung nicht durch Druck entsteht, sondern dort wächst, wo Christus in der Mitte bleibt, Gottes Wort Orientierung gibt und Menschen bereit werden, gemeinsam zu hören und zu gehen.

Wenn Gnade nicht nur gepredigt, sondern gebraucht wird

Mein Weg war nicht nur geradlinig. Es gab auch schwere Wegabschnitte, schmerzhafte Erfahrungen und Zeiten der Klärung.

Wo solche Erfahrungen für ein gegenseitiges Kennenlernen wichtig sind, spreche ich darüber offen, ehrlich und persönlich.

Gnade ist nicht nur ein Thema für Predigten. Gnade ist das, was Menschen trägt, wenn eigene Stärke nicht ausreicht. Diese Erfahrungen haben mich demütiger gemacht, vorsichtiger im Urteil und aufmerksamer im Zuhören.

Gerade dadurch ist mir wichtiger geworden, Menschen mit Wahrheit und Gnade zu begegnen.

Was daraus gewachsen ist

Aus geistlichem Erbe, persönlicher Geschichte, vielen Jahren Gemeindedienst und Gottes Gnade ist ein pastorales Verständnis gewachsen, das mich heute trägt.

Ich habe gelernt, dass Gemeinde nicht durch Druck gesund wird. Sie braucht Christus in der Mitte, Gottes Wort als Orientierung, Gebet als gelebtes Vertrauen und Menschen, die bereit sind, gemeinsam zu hören und zu gehen.

Ich habe gelernt, dass Leitung nicht Selbstdarstellung ist. Sie dient, hört zu, gibt Orientierung, hält Spannungen aus und stärkt Menschen, damit sie ihren Platz vor Gott finden.

Ich habe gelernt, dass geistliche Frucht nicht erzwungen werden kann. Sie wächst dort, wo Gottes Geist wirkt, Wahrheit und Gnade zusammenkommen und Menschen Raum bekommen, Christus zu begegnen.

Ich möchte Gemeinde nicht überfahren, sondern mit ihr gehen. Ich möchte nicht nur Strukturen bewegen, sondern Menschen stärken. Ich möchte nicht zuerst etwas darstellen, sondern Christus dienen.

Ein persönliches Gespräch

Eine Gemeinde beruft nicht nur eine Funktion. Sie vertraut einem Menschen geistliche Leitung an.

Darum ist nicht nur wichtig, welche Aufgaben ein Pastor übernehmen kann, sondern auch, wie er geprägt wurde, wie er Menschen sieht, wie er mit Herausforderungen umgeht und worauf sein Vertrauen ruht.

Mein Weg hat mich gelehrt: Christus bleibt treu. Gemeinde braucht Wahrheit und Gnade. Leitung braucht Demut und Klarheit. Geistliche Frucht wächst nicht durch menschlichen Druck, sondern durch Gottes Wirken.

Wenn Sie meinen Weg und meine Prägung näher kennenlernen möchten, freue ich mich über ein persönliches Gespräch.

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